Monat: April 2010

Sommersachen for (Whole)sale

Endlich!
Der lange, harte Winter 2009/2010 scheint nun Gott sei Dank vorbei – die letzten beiden Sonntage wurden ihrem Namen voll und ganz gerecht. Das Thermometer stieg über 20 Grad, das Berliner Leben fand wieder auf der Straße, in Cafés und in den Parks statt, ab frühen Nachmittag lag der Duft von gegrillten Würstchen in der Luft. Der Sommer beginnt!

Nun können wir endlich auch die letzten langen Unterhosen und Thermo-Hemden im hintersten Eck des Schrankes verstecken und die Winterstiefel, Daunenjacken, Wollmützen und Fäustlinge im Keller verstauen. Sommerkleider, Flip Flops, dünne Jäckchen – her damit.
Aber woher? Schon seit einiger Zeit beobachte ich einen Trend, zuerst ist er mir auf ebay aufgefallen: Immer öfter wird Otto-Normal-Verbrauchern angeboten, bei Wholesale-Verkäufern einzukaufen. Wholesale-Verkäufer verkaufen ihre Ware eigentlich nur in hoher Stückzahl und dafür zu einem sehr niedrigen, weit unter dem Verkaufspreis liegenden Preis an Händler, die die Sachen dann in ihren Shops und Online-Shops weiterverkaufen.
Nun habe ich aber schon mehrfach gesehen, dass ganz normalen Endverbrauchern angeboten wird, zu unschlagbar günstigen Wholesale-Preisen einzukaufen – ohne dem Verkäufer gleich mehrere Dutzend Stück von ein und derselben Ware abzunehmen.

Einen Onlineshop, den ich hier guten Gewissens – weil selbst schon getestet – weiterempfehlen kann, ist www.wholesale-dress.net bzw. seit einigen Tagen auch dessen deutsche Online-Dependance www.rock-kleidung.com. Hier gibt es alles, was das Mädchenherz begehrt. Tausende Artikel in den Kategorien Tops, Sportswear, Jacken, Accessoires etc. – vieles unterhalb der 10€-Grenze. Dass es sich um Wholesale handelt, erkennt man weiterhin daran, dass der Stückpreis meist ein krummer ist. Trotzdem kann man – wie auch die FAQ explizit erläutern – jeweils nur ein einziges Oberteil, einen einzigen Rock oder eine einzige Strickjacke kaufen. Der Versand wird nach kg berechnet.

Natürlich besteht – wie bei allem, was man online oder aus dem Katalog bestellt – die Gefahr, dass etwas nicht passt oder einem in echt doch nicht so gefällt wie auf den Fotos. Bei den Paar Euro pro Stück dürfte der ein oder andere Fehlgriff jedoch gut zu verkraften sein.

Ich habe jedenfalls meine Sommerbestellung aus luftigen Kleidern, dünnen Überziehjäckchen (wenn es spät nachts doch mal etwas frischer wird) und buntem Sommerschmuck schon abgeschickt.

Germany’s Next Topmodel

Heute Abend ist es wieder so weit: Tausende Mädchen und Frauen in Deutschland treffen sich zum wöchentlichen „Topmodel-Gucken“. Selbst Menschen, die Casting-Shows eigentlich verabscheuen, geben zu, dass sie „GNTM“ gucken.

Eigentlich sollte in dieser Show Fashion und Styling im Vordergrund stehen.
Schließlich wird sie von einem Topmodel – das zugegebenermaßen eher für eine große Fast Food-Kette oder Fruchtgummi Werbung macht als für Mode – moderiert. Die teilnehmenden Damen laufen auf den Runways der weltweiten Fashionshows, posieren in teuren Kleidern vor spektakulären Kulissen und leben – zumindest für ein paar Wochen – in pompös ausgestatteten Villen und Hotels.

Trotzdem rückt das Thema Mode in der Show oftmals in den Hintergrund, weil sich persönliche Dramen, Zickenkriege zwischen den Kandidatinnen oder das Geheule um nicht gewonnene Castings bzw. ausgeschiedene Mädchen in den Vordergrund drängen – natürlich im Schnittraum dramaturgisch extra so zusammengestellt.

Den tiefsten Einblick in die Modewelt bieten wahrscheinlich die Shootings. Dabei sind die Topmodels in spe immer im gleichen Stil aber doch individuell gestyled und gekleidet und werden vor derselben Kulisse abgelichtet. Die Fotos, die dabei entstehen und die später das Ticket in die nächste Runde bedeuten, sehen meist nach High Fashion und sehr professionell aus – was natürlich nicht zuletzt an den Top-Fotografen liegt, die von ProSieben und Heidi Klum verpflichtet werden.

Auch wenn Fashion bei Germany’s Next Topmodel nicht unbedingt an erster Stelle steht, so zeigt sich eines aber ganz gewiss jede Woche auf’s Neue: Die Mode-Welt ist knallhart. Ganz im Gegenteil zu so manchem Sommer-Sonne-Urlaub-Plakat von dem uns scheinbar entspannte Models entgegenlächeln.

Shopping-Trip nach London

Camden Market

Camden Market, London

Schon seit Längerem hatte ich geplant, meine Freundin in London zu besuchen. Das verlängerte Osterwochenende bot sich schließlich an, trotz der etwas höheren Flugkosten von insgesamt 150€ (Ich bin auch schon für 50€ hin- und zurückgeflogen).

Und da ich weiß, wie gut man in London Klamotten kaufen kann, beschloss ich, mir gleich meine Frühjahrsgarderobe dort drüben zuzulegen. Am Kar-Freitag ging es mit einem – natürlich – fast leeren Koffer (möglichst viel Platz für neue Klamotten) und dafür prall gefüllter Geldbörse per easyJet in die britische Hauptstadt.

Samstagmorgen: Oxford Street. Menschenmassen soweit das Auge reicht – mir wird klar, ich war nicht die einzige mit der Shopping-Trip-Idee.
Zuerst geht’s in den Topshop. Viele schöne Sommerkleidchen und sogar Bikinis gibt es dort schon. Bei dem nasskalten Londoner Aprilwetter hat man aber nicht wirklich Lust, die anzuprobieren. Außerdem ist der Topshop im Vergleich zu H&M oder Vero Moda auch eher teuer.
Also geht es weiter, direkt nebenan zu Urban Outfitters. Auch hier gibt es schöne Sommersachen, aber auch hier sind sie eher teuer. Den Namen, der am nächsten Laden steht, kenne ich noch nicht: UNIQLO, eine japanische Bekleidungskette, wie sich bei meinen Recherchen später rausstellt.

Drinnen schaue ich mich um und fühle mich sofort an American Apparel erinnert: Hoodys, T-Shirts, Hosen, Leggings – alles uni aber dafür jeweils in zig verschiedenen Farbtönen. Der erfreuliche Unterschied zu American Apparel – die Sachen sind nur etwa halb so teuer. Zuerst widmen wir uns den T-Shirts, einige haben sogar einen Print (2. Unterschied zu AA). Der Preis von £6.99 – bei einem Umrechnungskurs von fast 1:1 – ist überraschend günstig – dafür, dass wir uns auf der Oxford Street befinden. Auch Leggings gibt es für £6.99, Hoodys für £9.99. Da man sich – oder zumindest ich mich – bei den vielen verschiedenen Farben nie nur für eine entscheiden kann, kaufe ich am Ende vier T-Shirts, zwei Leggings und drei Hoodys – für gut £70 eine gute Ausbeute.

Nachdem wir gut eine Stunde im McDonalds verbracht haben (ca. 40min davon in der Schlange zum Damen WC) geht es weiter. Nächster Laden: New Look. Auch hier gibt es schöne Sommerkleidchen, diesmal aber günstiger. Ein graues mit rosa-weißen Blümchen hat es mir angetan – es sitzt perfekt. Ein Blick auf’s Preisschild: £15 – gekauft!

Am nächsten Tag ist Feiertag (Ostersonntag) – trotzdem haben selbst im Vorort Croydon, wo meine Freundin wohnt, viele Geschäfte geöffnet, wie wir bei unserem Osterspaziergang erfreut feststellen. Ehe wir uns versehen, stehen wir im Laden auf der Suche nach unsren „Ostereiern“.

Am Montag stehen wir extra früh auf, um auf meinen Londoner Lieblingsmarkt zu fahren: Camden Market im Norden von London. Der ist 364 Tage im Jahr, also jeden Tag außer am ersten Weihnachtstag, geöffnet.
Auf einer riesigen Fläche erstrecken sich sowohl verschiedene Straßenmärkte als auch Shops und schließlich die unzähligen Stände in den labyrinthartigen Katakomben ehemaliger Pferdeställe. Die Dinge, die man hier kaufen kann findet man nirgends sonst in London, wenn nicht sogar nirgend sonst auf der Welt. Fashion und Schmuck jeglicher Richtung – Burlesque, Goth, Fetish, Rockabilly, Punk, Hippie etc. wird hier in unglaublicher Vielfalt angeboten.

Die meisten Verkäufer lassen mit sich handeln, so dass ich sowohl eine (Fake-) Ledertasche als auch eine lila-gelbe Trainingsjacke, in die ich mich auf den ersten Blick verliebt habe, für ein paar Pfund billiger bekomme als zuerst angeboten.

Später am Flughafen bringt der Koffer 19,8 kg auf die Waage, der Geldbeutel ist hingegen leer – und ich fliege schwer zufrieden zurück nach Berlin. Total müde und Sehnsucht nach gesunden erholsamen Schlaf (durchaus abhängig von guter Bettwäsch).

Jeanskauf

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Es gibt sie in blau, schwarz oder grau.

Einfarbig, verwaschen, gelöchert oder im dreckig-coolen “used look”.

Als Röhre, Karotte oder mit Schlag.

Mit geradem oder ausgestelltem Bein.

Tief auf der Hüfte sitzend oder mit hohem Bund.

Bootcut, Low Rise oder stonewashed.

Die Jeans.

Jeder liebt und trägt sie – und doch kennt fast jeder – oder zumindest fast jede – das Problem:
der Jeanskauf.

Neulich in einer Einkaufspassage in Berlin; ich bin auf der Suche nach einer neuen Jeans.

Zuerst versuche ich es bei H&M – auch wenn ich dort bisher eher selten Glück hatte was Jeans betrifft. Aber hier kosten sie eben nur halb so viel wie die günstigsten Markenjeans.

Doch schon nach ein paar Minuten ist klar, hier werde ich erst gar keine anprobieren, denn sie gefallen mir alle nicht. Ich mag diesen aktuellen Trend mit den hohen Bünden bis über den Bauchnabel nicht. Zu große Taschen auf dem Hintern mag ich auch nicht, die lassen diesen nämlich tendenziell dick erscheinen. Gar keine Taschen hinten geht wiederum auch meistens nicht, weil man dann einen total flachen Po hat.

Auf zum nächsten Geschäft. Bei Tally Weijl entdecke ich direkt am Eingang mehrere Wühltische – Jeans für 15€. Alles derselbe Schnitt aber in verschiedenen Farben. Die Jeans sind sehr dünn, also super für den Sommer. Ich greife drei Stück – einmal hellblau, einmal dunkelblau, einmal verwaschenes grau, sogar alle in meiner Größe vorhanden – und auf geht’s zur Umkleide.

Obwohl sie alle die gleiche Größe haben, sitzt jede Jeans anders – und keine richtig gut. In der hellblauen finde ich, ich sehe aus wie eine Wurst, die hellgraue hat viel zu lange Beine und die dunkelblaue rutscht am Bund.

Weiter geht’s: Vero Moda.

Neben der eigenen günstigen Jeansmarke führt Vero Moda auch die Marke Only, die, was Markenjeans betrifft, noch am günstigen Ende der Preisskala angesiedelt ist: Ab 70€ aufwärts kosten Only-Jeans. Ich schaue mich erst einmal bei den günstigeren Vero Moda-Varianten um, stoße hier aber nur auf ähnliche Modelle wie bei Hennes & Mauritz drüben. Etwas widerspenstig (des Geldes wegen) nähere ich mich also schließlich doch dem Tisch mit den Only-Jeans. Schon vom bloßen Hinsehen gefallen mir die Modelle besser als alles, was ich heute gesehen habe. Innerhalb von Minuten habe ich drei verschiedene Jeans über dem Arm, die mir gefallen.

Eine viertel Stunde später drehe ich mich vor’m Spiegel hin- und her – und kann mich nicht entscheiden. Alle drei Jeans sitzen perfekt und gefallen mir sehr gut. Das Geld reicht eigentlich nur für eine halbe.

Schließlich entscheide ich mich für die mittel-blaue, verwaschene mit den kleinen Taschen auf dem Hintern – und verlasse mit einem seligen Lächeln das Geschäft.

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