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Einmal spiegelglanz-blond, bitte!


Mit ca. 15 Jahren hatte ich eine dieser typischen Teenager-Eingebungen, dass ich mir meine Haare doch mal blond färben könnte.

Ich kann mich nicht erinnern, ob ich die erste Färbung selbst gemacht habe oder von einer Freundin hab auftragen lassen. Ich weiß auch nicht mehr, was meine Eltern zu der Sache gesagt haben (vor ihnen verheimlichen ging ja wohl schlecht). Ich weiß nur: es gefiel mir sehr gut!

Und damit hatte ich den Teufelskreis des Haarefärbens gestartet. Seit dem, also jetzt schon fast mein halbes Leben lang, setze ich meine Haare alle paar Monate einem stinkenden, chemischen Cocktail aus, um ihnen die Farbe (straßenköterdunkelblond) zu entziehen.

Anfangs probierte ich nahezu alle Drogerie-Produkten von Schwarzkopf, Garnier & Co durch, so dass die Farbe nicht immer gleich war und sich mit der Zeit verschiedene Blondtöne mischten. Zwischenzeitlich schwenkte ich dann um auf teurere Friseur-Produkte, die damals in der Kleinstadt gar nicht so einfach zu bekommen waren! Internet wurde zu der Zeit noch nicht zum Shoppen genutzt.

Ein paar Jahre später, ich war immer noch Teenager, hatte ich wieder so eine Eingebung, meine mittlerweile fast Po-langen Haare dunkelbraun zu färben. Gott sei Dank entschied ich mich hierbei für den Friseur und nicht das 5,90€-Produkt von Rossmann. So sah das Ganze zwar ordentlich aus – war aber eine krasse Veränderung meines Typs. Zu krass, wie ich keine vier Wochen später entschied und wieder zum Friseur rannte: Bitte alles wieder blond!

Seit dem bin ich dabei geblieben und finde auch einen 5cm-Ansatz vertretbar, so dass ich nur 2-3 mal im Jahr zur Chemiekeule greifen muss (bzw. meine kleine Schwester, die beste Haarfärberin der Welt). Mittlerweile habe ich auch „meine“ Farbe gefunden und obwohl es sich um ein stinknormales L’Oreal-Drogerie-Produkt handelt, gibt es in Berlin nur noch eine Drogerie wo ich genau diesen Farbton bekomme: 10.02 Spiegelglanz Blond.

Aber wenn es ihn dort bald auch nicht mehr gibt, kann ich ja heutzutage Gott sei Dank auf einen der unzähligen Drogerie-Onlineshops zurückgreifen!

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Moskau, Moskau, Moskau ist ne teure Stadt…


Alles begann mit einem Schnäppchenflug der Lufthansa.

Als eine Freundin und ich mehr aus Jux als echter Planung im April schauten, was denn ein Flug nach Moskau kostet und wir auf einen 100€ Roundtrip-Flug mit der deutschen Vorzeige-Airline stießen, buchten wir spontan.

Kurze Zeit später stellten wir fest, dass der ganze Visumskram doch sehr kost- und zeitaufwendig ist, und bereuten, nicht spontan nach Budapest oder Prag geschaut zu haben.

Letzte Woche war es dann aber so weit: Donnerstag Abend landeten wir in Vnukovo. Nachdem wir Freitag Vormittag dann zunächst ein bisschen Sightseeing gemacht hatten, fing es an zu regnen. Was macht man dann? Klar! Shoppen! Moskau hat fast ausschließlich große, z.T. unterirdische Shoppingcenter – selbst in der bekannten Fußgängerzone Arbat finden sich kaum Geschäfte. Aber – Shopping-Center sind ja bei Regen genau das Richtige.

Zunächst stöberten wir durch ein paar Schuhgeschäfte – und stellten schnell fest: Shoppen in Moskau ist teuer! Selbst die reduzierte Ware war unverhältnismäßig teuer.
Natürlich gibt es auch in Moskau die typischen Shopping-Center-Geschäfte wie Accessoirize oder gar Douglas – aber wir wollten ja gerade russische Klamotten kaufen! Also spazierten wir absichtlich nur in Geschäfte mit russischem Namen rein. Und gleich der zweite war ein Goldtreffer! Kira Plastinina. Schnell türmten sich Kleidchen, Tops und Strickjäckchen über meinem Arm – und dann sah ich auch noch die reduzierten Schuhe (und hier wirklich zu einem guten Preis)! Beigefarbene Wildleder Highheel-Stiefel mit roter Sohle – ein Traum! Auch vier weitere Teile, die ich anprobierte gefielen auf Anhieb super und so stand auf dem Bon hinterher 4055 russische Rubel – was aber nur gut 100€ sind, für russische Verhältnisse also ein absolutes Schnäppchen!

Am nächsten Tag gesellte sich zu dem bereits gekauften Paar Stiefel noch eins dazu – und zwar ein paar hellrosafarbene, gehäkelte Sommerstiefel. Die hatte ich in den kleinen Lädchen in den U-Bahn-Stationen immer wieder gesehen und fand sie schön, konnte mir aber nicht vorstellen, wie sie getragen ausschauen. Bis eine Russin neben mir in der Bahn genau so welche trug – und es sah gut aus. Also machten wir beim nächsten dieser Lädchen einen Stop und ich probierte alle Farben von mint bis pink einmal durch. Hellrosa war am schönsten. Gekauft.

Am Sonntag war wieder Traumwetter, so dass wir auf einen wunderschönen Markt fuhren, von dem wir im Netz gelesen hatten: der Ismailkovsky Markt. Klar gab es da viel Nippes (Matruschkas in allen Größen, Farben und Formen, Obama- und Lady Gaga-Matruschkas) aber auch schöne Dinge wie antike Schmuckdöschen und russische Pelzmützen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich als Vegetarierin für letztere meine übrigen Rubel ausgab. Ich habe ein ganz schlechtes Gewissen, mal sehen, ob ich mich im Winter überhaupt traue, die aufzusetzen…

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New York (Sin) City


Bisher war ich immer mit meinem Freund zu Kurztrips in New York gewesen. Der geht zwar auch ganz gerne Shoppen, aber drei Stunden lang Designer-Schuhe bei Bloomingdale’s anprobieren stand dabei nie auf dem Programm.

Ganz anders, wenn man mit einer Freundin nach New York reist, wie ich letzte Woche feststellte.

Aber es fing ja schon vorher an: Wir starteten in Soho, wo ich mir zu Beginn eine neue Tasche zulegte. Mit der noch einigermaßen rationalen Begründung, dass meine Handgepäcks-Sporttasche einfach zu groß und meine Ausgeh-Abendtasche einfach zu klein für den normalen Alltag in New York sind. Dass ich zu Hause in Berlin aber schon zig Taschen in der passenden Mittelgröße habe, wurde gekonnt verdrängt.

Weiter ging es im Topshop. Hier machte ich allerdings u.a. einen sehr praktischen Kauf: eine Regenjacke – und tatsächlich sollten noch zwei Regentage in NYC auf uns zukommen (was ich zu dem Zeitpunkt natürlich noch nicht wusste).

Anschließend dann der berühmt-berüchtigte Besuch im Bloomingdale’s. Erst war ich recht desinteressiert, weil ich normalerweise in solchen All-in-one-Department-Stores nichts finde (was meiner Preisklasse entsprechen würde). Doch als meine Freundin anfing, durch die reduzierten Schuhe zu stöbern, wurde ich auch neugierig. Michael Kors Schuhe für $48??! Sofort anprobiert! Und verliebt! Ebenso mit nicht viel teureren Pumps von Ivanka Trump. Zwei paar Designer-Schuhe für umgerechnet unter 100€ – Hammer! Meiner Freundin ging es nicht anders – auch sie verließ den Laden mit einer „Medium Brown Bag“ mit zwei Paar Schuhen – obwohl sie zuvor schon drei Paar gekauft hatte!


Am nächsten Tag mussten wir natürlich auch noch zu meinem geliebten Beacon’s Closet – dem immer noch besten Second Hand Laden in ganz New York. Ich frage mich, wo die das ganze coole Zeug immer auftreiben – schon nach wenigern Minuten hingen zig Teile über meinem Arm. Und in der anderen Hand hielt ich drei (!) weitere Paar Schuhe. Gut, dass ich vom letzten mal bereits wusste, dass man auch mit Kreditkarte zahlen kann…

Somit waren wir also beide bei je fünf neuen Paar Schuhen – plus die fünf Paar, die wir jede dabei hatten! Langsam wurde uns bewusst, dass wir uns in New York nun offensichtlich mit dem Carrie Bradshaw-Virus infiziert hatten.
Und ganz wie Carrie in einer Sex and the City-Folge erzählt, mussten wir an den letzten zwei Tagen daher sogar am Essen sparen…

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Vietnam in Berlin


Montagmorgen bei der Arbeit und die Kollegen fragen mich, ob ich am Wochenende einen Kurztrip nach Asien gemacht habe.

Der Grund: Ich hatte bei Instagram Bilder von meinem sonntäglichen Einkaufsbummel im Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg gepostet.

Dieser riesige Vietnamesen-Markt besteht aus mehreren Hallen, die jeden Tag, auch sonntags, geöffnet haben. Man fühlt sich wie in einer eigenen kleinen Welt, weil sich zwischen den ganzen Klamotten-, Taschen- und Schuh-Shops immer auch vietnamesische Supermärkte, Imbissbüdchen, Friseursalons und Lokale finden, in denen zu 99% Vietnamesen essen, trinken, singen, feiern.

Gedacht ist der Markt hauptsächlich für Großhändler. Man kann hier z.B. alles kaufen, was man für die Einrichtung eines Nagelstudios braucht: von tausenden verschiedenen Lacken über Nageltrockner bis hin zu den typisch pastell-rosa-farbenen Tischchen, an denen frau ihre Maniküre bekommt.

In den meisten Shops kann man aber auch als Privatkunde einzelne Stücke kaufen – nur dann eben nicht zum Großhändler-Preis – trotzdem aber noch sehr günstig.
Und obwohl ich eigentlich gekommen war, um nach einem großen Koffer für die anstehende New York-Reise zu suchen, kaufte ich natürlich hier einen Pulli, da ein Paar Pumps (pastell-rosa), dort eine Kette und ein Tuch – und nirgends einen Koffer!

Das vietnamesische Essen in den vielen kleinen Lokalen soll übrigens auch sehr gut sein, das habe ich aber noch nicht probiert. Da das Dong Xuan Center immer wieder einen Besuch wert ist, steht das dann einfach für’s nächste mal auf dem Plan.

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Wie es dazu kam, dass ich Schuhe backte…


Gutscheine verschenken ist doof. Zwar ist es einfach für den Schenkenden und meist auch besser für den zu Beschenkenden (anstatt irgendeinen Müll zu bekommen, den man nicht braucht) – aber zum feierlichen Überreichen hat man nur ein Stück Papier im Umschlag.

Nun stand der Geburtstag einer Freundin an und mir fiel beim besten Willen kein originelles Geschenk ein. Ich wusste aber, dass sie – wie jede Frau – gerne Klamotten im Netz bestellt. Also war ein Zalando-Gutschein eigentlich das perfekte Geschenk – wenn man ihn nur etwas schöner Überreichen könnte… Da fiel mir das amerikanische Backbuch ein, das mir mein Freund vor Kurzem geschenkt hatte – das mit den fantastischen Highheels auf dem Cover, die ich mir geschworen hatte, auf jeden Fall mal zu backen.

Einfacher geschworen als getan. Erstmal musste ich die passenden Zutaten zusammenkriegen – gar nicht so einfach, da die deutsche Home baking Branche noch lange nicht so groß ist wie all die Martha Stewarts-Anhänger drüben in den Staaten. Für Sohle und Absätze musste ich mir deutsche Ersatzprodukte suchen, weil es die aus dem Rezept hierzulande schlichtweg nicht gibt.

Als ich alles zusammenhatte ging es also ans Werk. Drei Stunden später waren die Schuhe frischgebacken und lackiert.

Meine Freundin hat sich riesig gefreut – ich wage zu behaupten, mehr über den Kuchen als über den eigentlichen Gutschein.

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Data is the new black

Stardolls

Zwei Tage NEXT – und erstaunlicherweise habe ich fast das Gefühl, mehr Neues in Sachen Fashion (meinem Hobby) als in Sachen Social Media/ Digitale Medien (meinem Job) erfahren zu haben.

Während nämlich auf der einen Bühne zum x-ten mal die altbekannten Start Upper von Airbnb, Amen, Spotify & Co. vortanzten und zum hundertsten mal erklärten, wie, warum und weshalb ihr Start Up so viel Erfolg hat, traten auf der anderen Bühne die verschiedensten internationalen Akteure der Fashion-Industrie auf und berichteten, was digital & social denn für ihre Branche bedeutet.

Am beeindruckendsten fand ich Mary Huang von Continuum Fashion. Ich hatte mir vorher nicht viele Gedanken gemacht bzw. hatte keine Vorstellung davon, was 3D printing eigentlich ist. Und dann kam Mary. Sie trug ein 3D-gedrucktes Kleid und – der Hammer – 3D-gedruckte Schuhe! Letztere hätte ich nur zu gerne mal anprobiert.
Als Laie kann ich es jetzt ungefähr so erklären: 3D-Drucker erzeugen aus einem weißen Pulver eine Art Plastik in jeglicher zuvor am Rechner definierten & designten Form. So kann man sich theoretisch Kleidung auf den Leib schneidern wie man lustig ist – praktisch ist das Ganze aber noch sehr kostspielig. Und bei den Kleidern bin ich mir auch noch nicht ganz so sicher, ob ich nicht doch weiches Textil diesem plastikähnlichen Stoff bevorzuge. Aber diese ganze Industrie – 3D printing – steckt ja noch tief in den Kinderschuhen – we’ll see, vielleicht drucken wir uns ja wirklich in fünf Jahren unsere Klamotten selbst…

Einen weiteren Trend stellte im Anschluss Chris Seth von Stardoll vor. Auch hiervon hatte ich noch nie gehört – was vermutlich daran liegt, dass ich wohl nicht mehr zur Zielgruppe (laut Seth Mädels um die 15Jahre) gehöre. Stardolls sind quasi die Papierpuppen von früher, denen man verschiedene, selbstdesignte Kleidungsstücke „anziehen“ konnte. Nur jetzt eben digital und mit entsprechend unendlichen Möglichkeiten. Innerhalb der Community werden dann die schönsten Designs gekürt und – zumindest in den Staaten – von Ketten wie JCPenny dann auch tatsächlich produziert und verkauft.

Nach den Präsentationen traf ich Mary Huang auf der Toilette – da hatte sie ihre tollen 3D-Schuhe bereits gegen flache Sneaker getauscht. Offenbar sind 3D-gedruckte Schuhe nicht die bequemsten.

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London für Fortgeschrittene


Nicht mal ein halbes Jahr nach meinem letzten London-Besuch machte ich mich Sonntag vor einer Woche schon wieder auf den Weg in die britische Hauptstadt. This time more for business than pleasure – zwei Konferenzen standen an, an denen ich zusammen mit einer Kollegin teilnehmen sollte.

Da diese Kollegin aber noch nie in London war, galt es natürlich, ihr die besten Shopping Spots der Stadt zu zeigen – wohlgemerkt außerhalb der Konferenz-Zeiten. Daher reisten wir schon sonntags früh an, so dass wir noch einen ganzen Tag London hatten, bevor am Montag die Konferenz startete.

First stop, of course, Camden Market. Wie an jedem Sonntag proppenvoll und eher anstrengend als gechilled. Ich glaube, dass hier mittlerweile kaum noch Londoner sondern hauptsächlich Touris herumlaufen.

Eine Neuentdeckung machte ich dennoch: direkt am Eingang zu den Stables gibt es einen Shop namens Cyberdog, in den ich bei meinen Besuchen zuvor irgendwie nie hineingestolpert bin. Das Konzept ähnelt den berühmten Abercrombie&Fitch Stores – nur noch eine Spur abgedrehter: Die Models/ Tänzer, die es bei A&F ja auch gibt, sind hier nicht nur shirtless, sondern tragen kaum Stoff am Leib, der dafür aber in den grellsten Neon-Farben daherkommt. Überhaupt ist in dem Laden alles grell und neon, die Verkäufer, die Klamotten, die Kosmetik, die Gadgets. Auch die Musik ist noch eine Spur lauter und härter als bei A&F.
An der Kasse steht vor mir ein bleicher Typ mit langem schwarzen Gewand und Gasmaske auf dem Kopf, aus deren Mundfiltern rechts und links helle LED-Lichter scheinen – er sucht in aller Seelenruhe in seinem Portemonai nach dem nötigen Kleingeld für zwei neue Metall-Armschienen (oder was auch immer das ist)…

Nach Camden geht es weiter zur Oxford Street: Primark, Topshop, Forever 21 – aber dazu hab ich ja beim letzen mal schon genug geschrieben.

Am Sonntag drauf (ich hatte nach den Konferenzen noch ein verlängertes Wochenende drangehangen) empfahl mir dann die Freundin, bei der ich nächtigte, mal den Brick Lane Market auszuprobieren, wenn mir Camden zu touristisch sei. Das musste sie mir natürlich nicht zweimal sagen.

Und tatsächlich, zwar haben sich auch hier schon ein paar Touris hin verirrt, aber man hat das Gefühl hier hauptsächlich unter Londonern zu sein und findet auch nicht wie in Camden an jedem 2. Stand das Gleiche. Denn hier ist vieles wirklich Vintage, sowohl auf den verschiedenen Märkten (teils drinnen, teils draußen) als auch in den etlichen Vintage Stores, die sich aneinanderreihen.

Leider hatte ich nicht so viel Zeit, da ich zum Flughafen musste – aber Brick Lane scheint ein guter Grund zu sein, bald wieder nach London zu fliegen.

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Rituals Cosmetics

Mal abgesehen von meinem leichten Gesichts-Sonnenbrand, den ich mir in Rom geholt hatte, habe ich seit geraumer Zeit auch so sehr trockene Gesichtshaut. Daher machte ich mich am Wochenende auf die Suche nach einer neuen Gesichtscreme und war auch bereit, mehr als nur die üblichen paar Euro fünfzig, die ich sonst bei Rossmann & Co. für solche Produkte ausgebe, zu investieren.

Im Alexa stieß ich dann auf einen Shop namens „Rituals Cosmetics“. Genauer gesagt, war ich schon vorher im Netz darauf gestoßen, war für einen 10% Gutschein Fan der Facebook-Page geworden und damit dann gezielt zum Alexa gefahren. Das was ich auf der Seite nämlich gelesen hatte, hörte sich ganz interessant an: Kosmetik, die auf der Inspiration von fernöstlichen Ritualen beruht, Make-up aus pulverisierten Edelsteinen, edle Tees und das alles ohne jegliche Tierversuche.

Kaum im Store angekommen wurde ich auch schon von einer freundlichen Dame mittleren Alters gefragt, ob sie mir denn helfen könne. Ich erkundigte mich nach den Gesichtspflege-Produkten und stand eine Minute später mit drei verschiedenen Cremes auf der Haut und einem To-Go-Becher des edlen Tees vor einem gefühlt 1,50m großen Brasilianer, der mich obendrein auch noch schminken wollte.

Na gut, warum eigentlich nicht. Nachdem ich mich also für eine Creme als „Grundlage“ (und somit auch schon zum Kauf des 30€-Tiegelchens) entschieden hatte, fing Monsieur an, mir eine Foundation ins Gesicht zu pinseln. Das Ergebnis konnte sich aber durchaus sehen lassen – woraufhin er mir dann gleich noch weitere Farbe ins Gesicht schmieren wollte. Etwas zögernd folgte ich ihm zum Rouge-Regal – ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie Rouge getragen und finde auch, dass die meisten Frauen damit gleich extrem geschminkt und maskenhaft ausschauen.

Schließlich ließ ich mir aber doch ein fast orange-farbenes Rouge auf die Wangenknochen tupfen – und siehe da, es sah sogar gut aus! So gut, dass ich die knapp 20€ auch noch berappte (schließlich hatte ich ja noch den 10%-Gutschein…) und mit Creme und Rouge und unter der wiederholten Bekräftigung von Mr. Brazil, wie strahlend ich doch aussähe, glücklich den Laden verließ.

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Catwalk im alten Rom


Ich glaube, ich habe noch nie so viele Touristen auf einem Fleck gesehen wie am vergangenen Wochenende in Rom. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich, schließlich war obendrein noch Ostern, so dass allein für’s Urbi et Orbi tausende Menschen aus aller Welt angereist waren.

Während mein Freund und ich bei unserer Erkundung des antiken Roms im Forum Romanum eine Verschnaufpause in der Mittagssonne einlegten, fiel uns auf, dass man den hunderten Menschen, die an uns vorbeiliefen – zu 100% Touris, denn welcher Römer würde schon auf die Idee kommen, am Ostersonntag durch eine der Haupt-Touristenattraktionen zu schlendern – erstaunlich schnell, quasi im Vorbeigehen, ihre Nationalität ansehen konnte – und das hauptsächlich an der Kleidung.

Wie immer viel zu dünn gekleidet: die Engländer. Während ich zwar in der Sonne mal meine Wollmütze abnahm, liefen die Briten in T-Shirt und Rock bzw. Shorts herum.

Dicke Sonnenbrille, (Fake?)-Prada-Tasche und enger Jeans-Overall? Russland oder Ukraine.

Chucks mit Zottelfell – auch ohne zu sehen, wer in den Schuhen steckt hätte ich auf Japan getippt.

Konservativ-romantisches Blümchenkleid mit Strickjacke – Französin!

Lässig-Chic-Style – Amis (vermutlich New Yorker), Baseball-Cap falschherum – auch Amis (aber vermutlich eher aus Kansas oder Kentucky). Der offensichlichste Ami-Style jedoch: Ein Pärchen in matching tracksuits – sie im neonpinken, er im neongelben Adidas-Trainingsanzug. Herrlich! Leider waren wir nicht schnell genug mit unseren iPhones…

Ach ja, wie oft Klischees dann doch stimmen.
Aber: ich habe keinen deutschen im Sandalen-Socken-Look gesehen!

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Zalando Outlet Eröffnung – finally!


Vorgestern, am 29.3., fand endlich – über einen Monat später als ursprünglich angekündigt – die Eröffnung des Zalando Outlets in Berlin Kreuzberg statt.

Offiziell hatte es auf der Fanpage wochenlang geheißen, dass die baulichen Maßnahmen einfach noch nicht abgeschlossen seien und das der Grund für die verschobene Eröffnung wäre. Ich glaube aber fast, dass das zur Strategie gehörte, einen Mega-Hype aufzubauen – Stichwort „künstliche Verknappung“. Das fing ja schon an mit den limitierten Karten, die man braucht, um überhaupt dort einkaufen zu dürfen. Die Existenz dieser Karten wurde meines Wissens ausschließlich über mails und die Zalando Outlet Fanpage bei Facebook kommuniziert.

Die ersten 3000 Fans sollten garantiert eine bekommen (natürlich war ich unter den ersten 3000). Ob und wie man die Karte sonst noch beantragen konnte, weiß ich nicht. Nachdem man sich seine Karte dann gesichert hatte (vorerst natürlich nur als vorläufige pdf-Version) folgten wie gesagt die ständiger Verschiebung der Eröffnung und Entschuldigungen mit Rabatt-Gutscheinen für Zalando Lounge.

Dann vor wenigen Tagen dann die Ankündigung, dass am 29.3. wirklich nun alles soweit sei. Zwei Tage vorher kam passenderweise dann auch die „echte“ Outlet-Card per Post.

Blöderweise war der 29. ein Donnerstag, so dass nur Studis und Hausfrauen zur Eröffnung gehen konnten. (Im Büro gab es allerdings kurzzeitig Diskussionen, ob man in der Mittagspause nicht mal schnell rüberschauen solle…)

Aber dann heute, am Samstag, war’s auch für mich soweit: Auf in den Kampf! Schon am Einlass die erste kleine Überraschung – man kommt wirklich nur mit der Karte rein! Die vier Leute vor mir wurden wieder weggeschickt! Die Karte wird eingescannt, bevor man durch den Eingang gehen darf.

Einmal drin, erwarten einen zunächst Schuhe – das kannte ich ja schon aus meinem ersten Besuch bei der kurzzeitigen „Beta“-Öffnung im Dezember. Anschließen tun sich aber nun buntzusammengewürfelte Accessoires (Tücher, Taschen, Gürtel) und eine Etage höher dann die Klamotten.
Ich stiefelte schnurstracks ins zweite Geschoss und fing an, die Stände von Trainingsjacken, Pullis, Röcken und Mänteln zu durchkämmen. Mit fünf Teilen in der Hand landete ich schließlich vor den Kabinen – von denen es viel zu wenige gibt. Es war nicht brechend voll aber man musste sich schon hier und da in den Gängen aneinandervorbei quetschen – Publikum übrigens sehr gemischt: schon mehr Frauen, aber mindestens 30% Männer würde ich schätzen, Alter zwischen 20 und 50!

Da sich die drei Kabinen, vor denen ich stand, nicht so schnell zu leeren schienen und ich ohnehin schon gemerkt hatte, dass der einzige Spiegel weit und breit rechts neben den Kabinen hing, platzierte ich mich einfach davor und fing an, die Teile anzuprobieren. Ein Pulli gefiel mir sofort, eine Bluse gar nicht. Die Adidas-Jacke war mir doch zu knallig, die zwei Trench-Coats von Replay waren zwar schön und um 50% reduziert, aber doch irgendwie ein bisschen zu groß. Bei einer Bench-Jacke gefiel mir der hohe Kragen nicht (ich weiß, eigentlich das Markenzeichen von Bench!).

Hinter mir reihten sich ständig Mädels (und ein paar Jungs) ein, um auch einen Blick in den offensichtlich einzigen Spiegel auf der ganzen Etage zu erhaschen. Na gut, am Anfang der Etage mag es auch noch den ein oder anderen gegeben haben.

Schließlich ging ich mit meinem Pulli glücklich zur Kasse, vor der es erfreulicherweise auch keine Schlange gab.